Essen mit Genuss

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So sehr ich wert auf eine gesunde Ernährung lege und meinen Lesern ebendiese vermitteln möchte, so sehr schätze ich Genuss und gutes Essen. Für mich gehören Genuss und Gesundheit untrennbar zusammen, ohne Genuss ist alles nichts. Was bringt das gesündeste Essen, wenn es nicht schmeckt? Leider ist vielen Menschen die Fähigkeit des Genießens abhanden gekommen. Gegessen wird nebenher, im Gehen, vor dem Fernseher, am Schreibtisch…was genau und in welchen Mengen im Bauch landet, bleibt dabei oft unbemerkt. Was für ein Segen ist es, sich mit anderen Menschen, sei es Familie, Freunde oder Kollegen, zu einer gemeinsamen Mahlzeit zu versammeln. Zeit zu nehmen zum Wahrnehmen, Kauen, Unterhalten, Verdauen. Diesen vermeintlichen Luxus erlauben sich die meisten Menschen heute leider kaum noch. 3 Mahlzeiten am Tag gehören für viele der Vergangenheit an, stattdessen wird den ganzen Tag über „gesnackt“. Gestörte Hunger- und Sättigungssignale die Folge, was wiederum zu Übergewicht, Depression und allen damit einhergehenden körperlichen Beschwerden führen kann.

Doch wie geht „Essen mit Genuss“? Genau genommen ist es ganz einfach und das natürlichste der Welt. Babys und Kinder sind möglicherweise zunächst skeptisch, dann neugierig, dann begeistert, wenn sie neue Speisen kennenlernen. Sie hören auf zu essen, wenn sie satt sind. Sie wollen kein Essen, wenn sie traurig sind, sondern einen Menschen, der sie tröstet. Bei Verlangen nach etwas Süßem genügt ein Stück reifes Obst,  das Verlangen zu stillen. Industrielle Süßwaren sind nicht nötig und reine Konditionierung. Ist der Großteil der Ernährung ausgewogen, ist ein Eis aus der Tiefkühltruhe oder eine Portion Pommes, an einem heissen Sommertag am See, sicherlich eine der Kindheitserinnerungen, die für viele als die schönsten gelten. In Ruhe und achtsam genossen überwiegt für mich die Freude daran jede schlechte Zutat.

Damit kommen wir zum nächsten entscheidenen Punkt- genussvolles Essen ist für mich eng mit hausgemachtem Essen verbunden. Nur so können wir sicher sein, dass unser Essen von bestmöglicher Qualität ist. Wenn wir es uns zur Angewohnheit machen, Obst, Gemüse, Fleisch, Eier und Milchprodukte und Bioqualität zu kaufen und wenn möglich auch noch von lokalen Bauern, kann nichts Schief gehen, denn aus einer Kartoffel mit Butter und Petersilie oder einem Salat mit frischem Brot und Ziegenkäse kann nur schwer ein Mahl entstehen, dass nicht köstlich ist. Sollten am Nachmittag ein Hunger, Appetit oder „Energieloch“ auftreten, kann auch hier mit hausgemachten Speisen wie selbstgemachtem Eis, mit Zimt und Kardamom gewürztem Gebäck oder salzig buttrigem Popcorn eine gesunde, genussvolle kleine Mahlzeit entstehen. Abends sind wieder Gemüse, Salate, Fisch, Fleisch oder Eierspeisen eine gute Wahl. Wenn man sich daran hält, größtenteils Lebensmittel zu kaufen und zu essen, die keiner Zutatenliste bedürfen, ist man gut bedient.

Essen mit Genuss hat in keinster Weise etwas mit fettarmen Essen zu tun. Fett ist Geschmacksträger und macht jedes Gemüse wohlschmeckender, sei es nur ein Klecks Butter darauf. Es sollten bloß keine Transfette oder Pflanzenöle aus Maiskeim, Raps oder Sonnenblumen in großen Mengen sein.  Ebenso gehört gutes unraffiniertes Salz zu jeder Speise. Ich liebe z.B. das „Sei de Guerande“ oder die Maldon Sea Salt Flakes, die so oder ähnlich in jedem größeren Supermarkt zu finden sein sollten.

Zucker kann in jedem Rezept sicher um 1/3 reduziert werden. Haben wir uns einmal an einen weniger süßen Geschmack gewöhnt, kommen viele industrielle Süßigkeiten ohnehin nicht mehr in Frage. Kombinieren wir die Süße darüberhinaus mit Gewürzen, z.B. Vanille, Zimt, Muskat, Kardamom, Zitrusfrüchten oder sogar Pfeffer, wird aus einer anfangs schlichten Süßspeise ein aufregendes Geschmackserlebnis, welches bewusstes Genießen fördert. Dann reicht auch eine einzige Praline oder ein pralinengroßes Stück Schokolade anstelle einer halben oder gar ganzen Tafel. Genuss hat nämlich in keinster Weise etwas mit großen Mengen zu tun.

Lässt man sich einmal auf das Abenteuer Genuss ein, wird man feststellen, dass es über die Kulinarik hinausgeht. So kann das geschärfte Bewusstsein auch den Anblick eines Vogels, einer Pflanze oder eines Wetterschauspiels einen wahren Genuss bedeuten.

Solltet ihr weitere Fragen zu dem Thema haben oder genauere Anregungen wünschen, kontaktiert mich gerne. In diesem Sinne, einen genussvollen Sonntag!

 

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